Leider erkennen Cyberkriminelle die zentrale Bedeutung dieser Technologien. Gesundheitseinrichtungen gehören weiterhin zu den bevorzugten Zielen von Ransomware, Malware und anderen Cyberangriffen, die Betriebsabläufe stören, sensible Patientendaten gefährden und sogar lebensrettende Behandlungen verzögern können.
Die Zahl der Cyberangriffe auf Gesundheitssysteme stieg allein im Jahr 2025 um 21 % und nimmt weltweit weiter zu. Nicht aktualisierte Software und veraltete Altsysteme zählen zu den größten Cybersicherheitsrisiken für Krankenhäuser. Viele dieser Angriffe sind erfolgreich, weil sie veraltete Software, nicht mehr unterstützte Medizinprodukte oder verspätet eingespielte Sicherheitsupdates ausnutzen.
Wie können Krankenhäuser ihre Systeme und Technologien vor Cyberangriffen schützen?
Die Reduzierung des Risikos von Cyberangriffen erfordert mehr als nur die Reaktion auf aktuelle Bedrohungen. Krankenhäuser benötigen einen proaktiven, lebenszyklusorientierten Ansatz, der Technologien, Prozesse und die Zusammenarbeit mit Anbietern gleichermaßen stärkt.
Im Folgenden werden drei Schwerpunktbereiche vorgestellt, die Gesundheitseinrichtungen dabei unterstützen können, ihre Systeme besser zu schützen und ihre betriebliche Resilienz zu erhalten.
1. Lebenszyklen von Geräten und Systemen aktiv managen
Die regelmäßige Aktualisierung von Medizintechnik und Software ist eine der effektivsten Maßnahmen zur Verringerung von Cybersicherheitsrisiken. Altsysteme, die mit nicht mehr unterstützten Betriebssystemen oder veralteter Software betrieben werden, lassen sich im Laufe der Zeit immer schwieriger absichern und bieten Angreifern zusätzliche Angriffsmöglichkeiten.
Krankenhäuser sollten:
- Stufenweise End-of-Life- und Austauschpläne für ältere Geräte mit nicht unterstützter Software entwickeln.
- Anforderungen an langfristige Wartung und Patch-Support bereits in Beschaffungsverträgen festlegen.
- Regelmäßige Budgets für Technologie-Upgrades einplanen, um Sicherheit, Zuverlässigkeit und Compliance sicherzustellen.
Durch eine vorausschauende Planung von Technologieerneuerungen anstatt einer reaktiven Reaktion auf Geräteausfälle können Krankenhäuser Betriebsunterbrechungen minimieren und gleichzeitig langfristige Cybersicherheitsrisiken reduzieren.
2. Patch-Management verbessern
Sicherheitspatches dienen dazu, bekannte Schwachstellen zu schließen, bevor sie ausgenutzt werden können. Die Implementierung von Updates in einer komplexen Krankenhausumgebung erfordert jedoch eine sorgfältige Planung, um kritische Abläufe nicht zu beeinträchtigen.
Krankenhäuser können ihr Patch-Management stärken, indem sie:
- Updates für Systeme priorisieren, die den größten Einfluss auf Patientenversorgung und -sicherheit haben.
- Automatisierte Monitoring-Tools einsetzen, um ungepatchte Geräte und Software zu identifizieren.
- Updates zunächst in Testumgebungen prüfen, bevor sie in produktiven Systemen ausgerollt werden.
- Wartungsfenster in Zeiten mit geringer Auslastung planen, um Betriebsunterbrechungen zu minimieren.
- Virtuelles Patching nutzen, um Risiken zu reduzieren, bis offizielle Updates verfügbar sind.
Ein strukturiertes Patch-Management hilft Krankenhäusern, neuen Bedrohungen einen Schritt voraus zu sein und gleichzeitig die Stabilität ihrer Systeme zu gewährleisten.
3. Verantwortung der Anbieter stärken
Cybersicherheit sollte nicht allein in der Verantwortung der internen IT-Abteilung liegen. Hersteller von Medizinprodukten, Softwareanbieter und externe Dienstleister spielen eine wichtige Rolle bei der Sicherstellung einer geschützten Gesundheitsumgebung.
Krankenhäuser sollten klare Erwartungen definieren, indem sie:
- Anbieter verpflichten, Sicherheitsupdates und Patches innerhalb klar definierter Fristen bereitzustellen.
- Externe Dienstleister über umfassende Servicevereinbarungen steuern.
- Die Einhaltung relevanter Cybersicherheitsvorschriften und Sicherheitsstandards im Gesundheitswesen sicherstellen.
- Software-Wartungsvereinbarungen und Leistungsbeschreibungen (Statements of Work) verbindlich festlegen, um Transparenz und Verantwortlichkeit zu erhöhen.
- Den Anbieterzugriff auf sichere und überwachte Kommunikationskanäle beschränken.
- Vertragsverlängerungen an kontinuierlichen Sicherheits-Support und zeitnahe Softwarewartung knüpfen.
Starke Partnerschaften mit Anbietern tragen dazu bei, dass Cybersicherheitsverantwortlichkeiten während des gesamten Technologielebenszyklus klar definiert und wirksam umgesetzt werden.