Wählen Sie Ihren Standort:

Standort

Ein leichtes Ziel für Cyberangriffe im Krankenhaus? Veraltete Systeme und Software


Alex Ruggles
24. August 2026
Lesezeit: 5 Min.
Wer die HBO‑Serie „The Pitt“ gesehen hat, kennt die Folgen, in denen ein plötzlich auftretender Ransomware‑Angriff auf ein nahegelegenes Krankenhaus thematisiert wird. In Reaktion darauf fahren die Verantwortlichen der Notaufnahme von The Pitt ihre IT‑Systeme vorsorglich herunter und kehren unmittelbar zur Nutzung von Papier und Whiteboards zurück, um die Patientenversorgung zu koordinieren. Das Fehlen computergestützter Informationen bringt den Betrieb nahezu zum Stillstand. Es liegt nahe, dass The Pitt – ein finanziell eingeschränktes, älteres Krankenhaus in einer unterversorgten Region – seine Systeme und Software nicht regelmäßig aktualisiert und modernisiert hat.
Blog Cybersecurity

Sie sind damit nicht allein. In den USA verwenden rund 96 % der Krankenhäuser weiterhin Betriebssysteme und Software welche nicht mehr auf dem neuesten Stand sind. Dadurch werden sie zu leichten Zielen für Angreifer, da bekannte Eintrittspunkte leicht ausgenutzt werden können.

 

Was macht veraltete Krankenhaussysteme besonders anfällig für Cyberangriffe?

  • Veraltete Verschlüsselungsprotokolle erleichtern das Abfangen oder die Ausnutzung sensibler Daten.
  • Fehlende verfügbare Updates führen dazu, dass bekannte Schwachstellen nicht behoben und weiterhin exponiert bleiben.
  • Abgelaufene Softwarewartungsverträge bedeuten den Wegfall von kritischem Support, Sicherheitsupdates und laufenden Schutzmaßnahmen.

 

Die Aufrüstung von Hardwarekomponenten im Krankenhaus ohne gleichzeitige Aktualisierung der Software erhöht das Risiko. Neue Geräte und medizinische Systemkomponenten benötigen aktualisierte Software, um effizient zu funktionieren. Zu oft wird diese entscheidende Softwarekomponente übersehen. Dadurch werden die kostspieligen neuen Systeme anfälliger für Angriffe, da Cyberkriminelle bekannte Schwachstellen gezielt ausnutzen können.

Die Software, die ältere Technologien – einschließlich veralteter medizinischer Geräte – unterstützt, kann als ungeschützter Zugangspunkt für Ransomware‑Angriffe und Datenschutzverletzungen dienen. Dies gefährdet nicht nur die Patientensicherheit, sondern beeinträchtigt auch sensible Informationen und stört kritische Abläufe im Gesundheitswesen.

Woman using touch screen

Im Folgenden sind einige der Auswirkungen aufgeführt, die ein Cyberangriff auf ein Krankenhaus haben kann:

  • Beeinträchtigungen in der Notfallversorgung: Wenn Mitarbeitende nicht auf Patientendaten zugreifen können, sind Notaufnahmen möglicherweise gezwungen, eingehende Patienten an andere Einrichtungen weiterzuleiten.
  • Kompromittierte medizinische Geräte: Vernetzte Geräte wie Beatmungsgeräte und Infusionspumpen können manipuliert werden, was ihre Funktionsfähigkeit beeinträchtigen kann.
  • Unterbrochene Versorgung und Behandlungen: Gesperrte oder nicht zugängliche Systeme hindern medizinisches Personal daran, Krankenakten oder Bilddaten einzusehen, was zu Verzögerungen bei Behandlungen und Operationen führt.
  • Datendiebstahl und Erpressungsrisiken: Cyberkriminelle können auf sensible Patientendaten zugreifen und diese exfiltrieren, um anschließend Zahlungen zu fordern oder mit einer Veröffentlichung zu drohen. Dies kann rechtliche und Reputationsschäden nach sich ziehen.
  • Finanzielle Verluste und Ausfallzeiten: Wenn Systeme ausfallen, können Krankenhäuser nicht wie gewohnt arbeiten. Dies führt zu erheblichen Umsatzeinbußen, die pro Minute hohe Kosten verursachen können.

Aktualisierte Software ist Voraussetzung dafür, dass aufgerüstete Hardware das Risiko eines Cyberangriffs reduziert.

Angesichts der zentralen Bedeutung von Systemaktualisierungen beinhalten alle Krankenhauslösungen von Swisslog Healthcare Softwaremanagementvereinbarungen (SMAs), die höchsten betrieblichen Standards und Best Practices der Branche entsprechen. IT‑Fachkräfte und Cybersecurity‑Experten betonen durchgehend, dass bei der Modernisierung von Anlagen oder Systemen – wie beispielsweise Rohrpostanlagen – auch die unterstützende Software aktualisiert werden muss. Andernfalls bleiben kritische Schwachstellen unadressiert, was die Wahrscheinlichkeit eines schwerwiegenden Sicherheitsvorfalls deutlich erhöht. Facility Manager, IT‑Teams und alle für die Systemwartung verantwortlichen Mitarbeitenden sollten regelmäßig bei ihren Lieferanten prüfen, dass stets die aktuellsten Softwareversionen im Einsatz sind. Der Betrieb aktueller Systeme ist entscheidend, um nicht nur die Krankenhausabläufe zu schützen, sondern auch die Versorgungskontinuität und optimale Behandlungsergebnisse für Patienten sicherzustellen.

Hier schreibt: Alex Ruggles
Alex Ruggles
Network Security Engineer

Mehr über Alex Ruggles
Alle Tags durchsuchen
Purple JourneyInterviewPurple CultureKühlkettenlogistikNew WorkEmployee ExperienceDigitalisierungPatientensicherheitZentralapothekeModernisierungInnovationenPharmacists InsightsServiceIntralogistikTransport-AutomatisierungApotheken-AutomatisierungUnit DoseClosed Loop Medication ManagementKrankenhausplanungBewerbungstippsApotheken der ZukunftBehandlungsstationHRRohrpost