Ransomware-Angriffe auf Krankenhäuser werden immer häufiger und immer gefährlicher.
Der durch einen Ransomware-Angriff in einem Krankenhaus verursachte Ausfall kann lebensbedrohliche Folgen haben. Sicherheitsexperten stufen Ransomware im Jahr 2026 zunehmend als eine der größten Bedrohungen für die Patientensicherheit ein. Solche Angriffe können Operationen verzögern, Bildgebungssysteme außer Betrieb setzen, die Medikamentenversorgung unterbrechen und den Zugriff auf Patientenakten verhindern.
Laut einer von der American Hospital Association zitierten Studie geben 96 % der Krankenhäuser an, mit Betriebssystemen oder Software zu arbeiten, die das Ende ihres Lebenszyklus erreicht haben und bekannte Schwachstellen aufweisen, einschließlich medizinischer Geräte. Weitere Branchenuntersuchungen ergaben, dass 99 % der Gesundheitseinrichtungen weiterhin IoMT-Geräte (Internet of Medical Things) mit bekannten und bereits ausgenutzten Schwachstellen verwalten, die mit Ransomware-Kampagnen in Verbindung stehen.
Welche Krankenhaussoftware und -systeme sind am anfälligsten für einen Cyberangriff? Und warum?
- Nicht unterstützte Betriebssysteme: Viele Krankenhäuser nutzen weiterhin veraltete Systeme wie Windows XP und Vista sowie nicht mehr unterstützte Linux-Plattformen.
- Warum sind sie anfällig? Sobald diese Systeme das Ende ihres Lebenszyklus erreichen, erhalten sie keine Sicherheitsupdates mehr. Angreifer suchen aktiv nach veralteten Betriebssystemen, da öffentlich bekannte Schwachstellen leicht ausgenutzt werden können, wenn Systeme nicht mehr gepatcht oder vom Hersteller unterstützt werden.
- Bildgebungs- und Diagnosegeräte: MRT-, CT-, Ultraschall- und Röntgengeräte sind stark vernetzt und werden von komplexen, integrierten Softwareplattformen unterstützt. Da diese Geräte kostspielig sind und über viele Jahre genutzt werden, verschieben Krankenhäuser häufig notwendige Upgrades.
- Warum sind sie anfällig? Diese Geräte basieren häufig auf veralteten Betriebssystemen und können nicht ohne Weiteres aktualisiert werden, ohne den Betrieb zu beeinträchtigen oder teure Ersatzbeschaffungen erforderlich zu machen. Dadurch bleiben Sicherheitslücken oft über lange Zeiträume bestehen.
- IoMT- und Patientenüberwachungsgeräte: Infusionspumpen, Herzschrittmacher, Patientenmonitore am Krankenbett und tragbare Geräte benötigen moderne Schutzmechanismen wie Verschlüsselung und Multi-Faktor-Authentifizierung.
- Warum sind sie anfällig? Viele dieser Geräte wurden in erster Linie für die Patientenversorgung und nicht für Cybersicherheit entwickelt. Sie verfügen häufig über schwache Authentifizierungsmechanismen, eingeschränkte Sicherheitsfunktionen und Firmware, die nur schwer oder gar nicht aktualisiert werden kann. Dadurch entstehen einfache Einstiegspunkte für Angreifer.
- EHR- und EMR-Systeme: Elektronische Gesundheits- und Patientenaktensysteme speichern sensible Patienten- und Finanzdaten und sind häufig tief in die Krankenhausabläufe integriert.
- Warum sind sie anfällig? Ihre zahlreichen und tiefgreifenden Integrationspunkte machen Updates komplex, sodass Krankenhäuser wichtige Sicherheitsaktualisierungen oft verschieben. Dadurch steigt das Risiko für Ransomware-Angriffe und Datendiebstahl.
- Apothekenautomatisierungssysteme: Automatisierte Medikamentenausgabeschränke, Apothekenrobotik und Plattformen für das Medikationsmanagement sind für die Medikamentenversorgung von entscheidender Bedeutung und stark in Krankenhausnetzwerke integriert.
- Warum sind sie anfällig? Diese Systeme basieren häufig auf Legacy-Software, Anwendungen von Drittanbietern und komplexen Integrationen, die nur schwer aktualisiert werden können. Ihre umfassende Netzwerkanbindung schafft zusätzliche Möglichkeiten für Cyberangriffe und kann die Medikamentenversorgung sowie die Patientenversorgung beeinträchtigen.
- Gebäude- und Betriebssysteme: Schwesternrufanlagen, HLK-Steuerungen (Heizung, Lüftung und Klimatisierung), Sicherheitskameras, Zutrittskontrollsysteme mit Ausweisen sowie vernetzte Rohrpostsysteme benötigen regelmäßige Patches und Upgrades, um effizient zu funktionieren.
- Warum sind sie anfällig? Betriebssysteme werden bei Cybersicherheitsupdates häufig übersehen. Da sie oft dieselben Netzwerke wie klinische Systeme nutzen, können Angreifer sie als Einstiegspunkt in die gesamte Krankenhausinfrastruktur verwenden.
