Wählen Sie Ihren Standort:

Standort

Veraltete Krankenhaustechnologien: Welche sind am anfälligsten für einen Cyberangriff?


Alex Ruggles
3. September 2026
Lesezeit: 8 Min.
Cyberangriffe auf Krankenhäuser nehmen weltweit weiter zu. Allein im Jahr 2025 stieg die Zahl der Cybervorfälle im Gesundheitswesen um 21 %. Nicht aktualisierte Software und Altsysteme zählen inzwischen zu den größten Bedrohungen für die Cybersicherheit von Krankenhäusern. Die Einbindung veralteter medizinischer Geräte, elektronischer Patientenakten und vernetzter Infrastrukturen in die Patientenversorgung hat gefährliche Schwachstellen geschaffen, die von Cyberkriminellen gezielt ausgenutzt werden. In vielen Fällen wurden diese Systeme nie dafür entwickelt, modernen Cyberbedrohungen standzuhalten, und dennoch sind sie nach wie vor tief in die täglichen klinischen Abläufe integriert.
Cybersecurity

Ransomware-Angriffe auf Krankenhäuser werden immer häufiger und immer gefährlicher.

Der durch einen Ransomware-Angriff in einem Krankenhaus verursachte Ausfall kann lebensbedrohliche Folgen haben. Sicherheitsexperten stufen Ransomware im Jahr 2026 zunehmend als eine der größten Bedrohungen für die Patientensicherheit ein. Solche Angriffe können Operationen verzögern, Bildgebungssysteme außer Betrieb setzen, die Medikamentenversorgung unterbrechen und den Zugriff auf Patientenakten verhindern.

Laut einer von der American Hospital Association zitierten Studie geben 96 % der Krankenhäuser an, mit Betriebssystemen oder Software zu arbeiten, die das Ende ihres Lebenszyklus erreicht haben und bekannte Schwachstellen aufweisen, einschließlich medizinischer Geräte. Weitere Branchenuntersuchungen ergaben, dass 99 % der Gesundheitseinrichtungen weiterhin IoMT-Geräte (Internet of Medical Things) mit bekannten und bereits ausgenutzten Schwachstellen verwalten, die mit Ransomware-Kampagnen in Verbindung stehen.

 

Welche Krankenhaussoftware und -systeme sind am anfälligsten für einen Cyberangriff? Und warum?

  • Nicht unterstützte Betriebssysteme: Viele Krankenhäuser nutzen weiterhin veraltete Systeme wie Windows XP und Vista sowie nicht mehr unterstützte Linux-Plattformen.
    • Warum sind sie anfällig? Sobald diese Systeme das Ende ihres Lebenszyklus erreichen, erhalten sie keine Sicherheitsupdates mehr. Angreifer suchen aktiv nach veralteten Betriebssystemen, da öffentlich bekannte Schwachstellen leicht ausgenutzt werden können, wenn Systeme nicht mehr gepatcht oder vom Hersteller unterstützt werden.
  • Bildgebungs- und Diagnosegeräte: MRT-, CT-, Ultraschall- und Röntgengeräte sind stark vernetzt und werden von komplexen, integrierten Softwareplattformen unterstützt. Da diese Geräte kostspielig sind und über viele Jahre genutzt werden, verschieben Krankenhäuser häufig notwendige Upgrades.
    • Warum sind sie anfällig? Diese Geräte basieren häufig auf veralteten Betriebssystemen und können nicht ohne Weiteres aktualisiert werden, ohne den Betrieb zu beeinträchtigen oder teure Ersatzbeschaffungen erforderlich zu machen. Dadurch bleiben Sicherheitslücken oft über lange Zeiträume bestehen.
  • IoMT- und Patientenüberwachungsgeräte: Infusionspumpen, Herzschrittmacher, Patientenmonitore am Krankenbett und tragbare Geräte benötigen moderne Schutzmechanismen wie Verschlüsselung und Multi-Faktor-Authentifizierung.
    • Warum sind sie anfällig? Viele dieser Geräte wurden in erster Linie für die Patientenversorgung und nicht für Cybersicherheit entwickelt. Sie verfügen häufig über schwache Authentifizierungsmechanismen, eingeschränkte Sicherheitsfunktionen und Firmware, die nur schwer oder gar nicht aktualisiert werden kann. Dadurch entstehen einfache Einstiegspunkte für Angreifer.
  • EHR- und EMR-Systeme: Elektronische Gesundheits- und Patientenaktensysteme speichern sensible Patienten- und Finanzdaten und sind häufig tief in die Krankenhausabläufe integriert.
    • Warum sind sie anfällig? Ihre zahlreichen und tiefgreifenden Integrationspunkte machen Updates komplex, sodass Krankenhäuser wichtige Sicherheitsaktualisierungen oft verschieben. Dadurch steigt das Risiko für Ransomware-Angriffe und Datendiebstahl.
  • Apothekenautomatisierungssysteme: Automatisierte Medikamentenausgabeschränke, Apothekenrobotik und Plattformen für das Medikationsmanagement sind für die Medikamentenversorgung von entscheidender Bedeutung und stark in Krankenhausnetzwerke integriert.
    • Warum sind sie anfällig? Diese Systeme basieren häufig auf Legacy-Software, Anwendungen von Drittanbietern und komplexen Integrationen, die nur schwer aktualisiert werden können. Ihre umfassende Netzwerkanbindung schafft zusätzliche Möglichkeiten für Cyberangriffe und kann die Medikamentenversorgung sowie die Patientenversorgung beeinträchtigen.
  • Gebäude- und Betriebssysteme: Schwesternrufanlagen, HLK-Steuerungen (Heizung, Lüftung und Klimatisierung), Sicherheitskameras, Zutrittskontrollsysteme mit Ausweisen sowie vernetzte Rohrpostsysteme benötigen regelmäßige Patches und Upgrades, um effizient zu funktionieren.
    • Warum sind sie anfällig? Betriebssysteme werden bei Cybersicherheitsupdates häufig übersehen. Da sie oft dieselben Netzwerke wie klinische Systeme nutzen, können Angreifer sie als Einstiegspunkt in die gesamte Krankenhausinfrastruktur verwenden.
Doctor working on computer

Regelmäßige Upgrades und Sicherheitsupdates sind für die Cybersicherheit von Krankenhäusern unerlässlich.

Da Cyberangriffe auf Krankenhäuser weiterhin zunehmen, können es sich Führungskräfte nicht länger leisten, auf veraltete Software und nicht mehr unterstützte Systeme zu setzen. Regelmäßige Upgrades und Sicherheitsupdates tragen dazu bei, Softwarefehler, ungeplante Ausfallzeiten und Kompatibilitätsprobleme zu reduzieren. Ohne diese Maßnahmen wird die Kommunikation zwischen Abteilungen sowie zwischen vernetzten medizinischen Geräten und Systemen beeinträchtigt, was sich negativ auf die Qualität der Patientenversorgung auswirken kann.

Die Sicherstellung, dass alle Technologien auf dem neuesten Stand sind, stärkt die Cybersicherheit von Krankenhäusern, indem bekannte Schwachstellen geschlossen werden, bevor Angreifer sie ausnutzen können. Aktualisierte Systeme unterstützen mit höherer Wahrscheinlichkeit moderne Schutzmechanismen wie Verschlüsselung, Multi-Faktor-Authentifizierung, Netzwerküberwachung und automatisierte Bedrohungserkennung. Darüber hinaus lassen sich neuere Plattformen besser in sich weiterentwickelnde Gesundheitstechnologien integrieren, wodurch Krankenhäuser ihre betriebliche Effizienz verbessern und gleichzeitig Risiken reduzieren können. 

Proaktive Investitionen in Modernisierung und Cybersicherheit werden zunehmend zu einer Notwendigkeit für die Patientensicherheit und nicht nur zu einer Priorität der IT-Abteilung. Da Cyberbedrohungen weiter zunehmen und sich ständig weiterentwickeln, sind Krankenhäuser, die in moderne Technologien investieren, besser aufgestellt, um ihre Cybersicherheit zu optimieren, die Kontinuität der Versorgung sicherzustellen und ihre langfristige organisatorische Resilienz zu stärken.
Hier schreibt: Alex Ruggles
Alex Ruggles
Network Security Engineer

Mehr über Alex Ruggles
Alle Tags durchsuchen
BehandlungsstationPharmacists InsightsClosed Loop Medication ManagementUnit DoseModernisierungBewerbungstippsEmployee ExperienceKühlkettenlogistikKrankenhausplanungPurple JourneyHRTransport-AutomatisierungApotheken-AutomatisierungServiceDigitalisierungInnovationenInterviewZentralapothekeRohrpostPurple CultureIntralogistikPatientensicherheitApotheken der ZukunftNew Work