Krankenhausapotheke
Die Krankenhausapotheke ist in den meisten Einrichtungen der Lagerbereich mit dem höchsten Warenumschlag unter Kühlbedingungen. Dort werden Impfstoffe, gekühlte Arzneimittel und Biologika überwiegend bei 2 °C bis 8 °C gelagert. Häufiges Öffnen der Türen, schwankende Bestände und wechselndes Personal wirken dabei der Temperaturstabilität entgegen.
Die entscheidende Herausforderung ist die gleichbleibende Stabilität im täglichen Betrieb, nicht das Erreichen der Solltemperatur. Ein Gerät, das im gesamten Innenraum gleichmäßig 2 °C bis 8 °C hält, sich nach dem Öffnen der Tür schnell erholt und kontinuierlich Daten aufzeichnet, trägt dazu bei, die Wirksamkeit gekühlter Arzneimittel während der empfohlenen Lagerdauer zu erhalten. Der häufigste Fehler ist kein Kompressorausfall, sondern eine Temperaturabweichung während einer arbeitsreichen Schicht oder über Nacht, die bis zur nächsten manuellen Kontrolle unbemerkt bleibt.
Klinisches und Forschungslabor
Labore decken den größten Temperaturbereich aller Anwendungsfelder ab: gekühlte Reagenzien und Proben bei 2 °C bis 8 °C, gefrorene Materialien bei −20 °C bis −40 °C sowie Langzeitproben bei Ultratiefkühltemperaturen von −80 °C oder in kryogener Lagerung unter −150 °C.
Die Herausforderung hängt hier vom Wert und der Unersetzlichkeit des Materials ab. Standardreagenzien können eine kurze Temperaturabweichung verkraften, eine in einer Biobank gelagerte Zelllinie oder eine Probe für fortschrittliche Therapien bei −80 °C jedoch nicht. Je niedriger die Temperatur, desto wichtiger werden Redundanz und Überwachung, da das Material schwer oder gar nicht ersetzbar ist. In manchen Laboren werden zudem entzündliche Reagenzien gelagert. Hier sind funkenfreie oder explosionsgeschützte Kühlgeräte entscheidend und nicht allein die Temperatur.
Blutbank
Die Blutbank ist der am strengsten regulierte Bereich der Kühllagerung und weit mehr als nur ein weiterer Lagerort für „Arzneimittel“. Fehler wie eine falsche Lagertemperatur oder eine falsche Identifizierung einer Einheit können bei einer Transfusion direkte Auswirkungen auf Patienten haben. Vollblut und Erythrozytenkonzentrate werden in einem engen Temperaturbereich von 1 °C bis 6 °C gelagert, verbunden mit höheren Anforderungen an Temperaturgleichmäßigkeit, Zugangssicherheit und kontinuierliche Überwachung im Interesse der Transfusionssicherheit. Plasma wird eingefroren, um Gerinnungsfaktoren zu erhalten. Thrombozyten bilden die Ausnahme von der Kaltlagerung und werden bei 20 °C bis 24 °C unter kontinuierlicher Bewegung gelagert. Dies verdeutlicht die Notwendigkeit mehrerer unterschiedlicher Lagerbedingungen innerhalb derselben Einrichtung.
Die zentrale Herausforderung ist ebenso die Rückverfolgbarkeit wie die Temperaturführung. Eine Blutbank muss für jede einzelne Einheit Identität und Verwahrungskette verwalten: von wem das Blut stammt, in welchem Zustand es sich befand und ob eine lückenlose Rückverfolgung möglich ist. Gleichzeitig muss die Einhaltung der Kühlkette sichergestellt werden. Spezielle Blutbankkühlschränke existieren genau aus diesem Grund und ersetzen keine allgemeinen Apothekenkühlschränke.