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So verbessern Unit Doses klinische Arbeitsabläufe und erhöhen gleichzeitig die Patientensicherheit


Matthias Geier
26. August 2021
Krankenhaus
Lesezeit: 4 Minuten
So unterschiedlich wir Menschen sind, so unterschiedlich sind auch unsere Symptome und Beschwerden in Krankheitsfällen. In diesem Fall sind individuelle Therapieformen erforderlich, die auf die Bedürfnisse jedes einzelnen Patienten zugeschnitten sind. Doch bereits die Verabreichung von Medikamenten ist ein risikoreicher Prozess. Zudem steht das medizinische Personal im Krankenhaus unter enormem Zeitdruck. Am Ende zählt jedoch nur eines: Das richtige Medikament muss zur richtigen Zeit beim richtigen Patienten ankommen. Die Implementierung des Unit-Dose-Konzepts unterstützt Krankenhäuser daher dabei, Medikationsfehler zu reduzieren und mehr Zeit für die Patientenversorgung zu schaffen.
Unit Dose im Medikamentenring

Arzneimitteltherapien in Krankenhäusern können entweder in Form von Unit- oder Multidosen bereitgestellt werden.

Eine Multidose enthält mehrere Tabletten eines Typs oder einen Mix aus verschiedenen Tabletten. Letzteres wird für die patientenspezifische Therapie verwendet. Die verschiedenen Medikamente werden in einen kleinen Beutel – einen Schlauchbeutel – umverpackt. Diese Form der Medikamentenverpackung wird oft in öffentlichen Apotheken genutzt, um Langzeitmedikation bereitzustellen. Kunden können ihr jeweiliges Rezept einfach in ihrer Apotheke einlösen und abholen. In Krankenhäusern sollte diese Art der patientenspezifischen Therapie weitestgehend vermieden werden, da Multidosen nicht den 5 Regeln der Medikation unterliegen und somit zu kritischen Situationen führen können.

Die 5R-Regel ist in der Gesundheitsbranche eine weit verbreitete und etablierte Regel. Um Medikationsfehler zu vermeiden, sollten die folgenden fünf Punkte bei der Verabreichung von Medikamenten beachtet werden:

  1. Der richtige Patient
  2. Das richtige Medikament
  3. Die richtige Dosis
  4. Die richtige Art der Verabreichung
  5. Der richtige Zeitpunkt

 

Durch die Nutzung von Einzeldosen können sich Krankenhäuser an die 5R-Regel halten, wodurch die Patientensicherheit erhöht wird.

 

Bei einer Unit Dose handelt es sich um ein Medikament, das einzeln verpackt ist. Mithilfe eines vollautomatisches Verpackungs- und Abgabesystem wird ein einzelnes Medikament in einen Beutel oder eine kleine Kartonage umverpackt. Diese Form der Verpackung ermöglicht somit eine patientenunabhängige als auch eine patientenindividuelle Bereitstellung von Medikamenten. Einzeldosen werden am häufigsten für verblisterte oder lose verpackte Medikamente verwendet. Die meisten anderen Formen von Medikamenten wie Zäpfchen, Ampullen, transdermale Pflaster oder vorgefüllte Spritzen können jedoch auch in Einzeldosen verpackt werden. Sobald eine Unit Dose erstellt wurde, kann sie auf der Station bestellt werden.

Ein wesentlicher Vorteil von Einzeldosen ist, dass blisterverpackte Arzneimittel nicht aus der Originalverpackung entnommen werden, bis sie schließlich den Patienten erreichen.  Dies bedeutet auch, dass keine Kreuzkontamination mit anderen Medikamenten oder durch menschlichen Berührungen stattfindet.

 

Eine patientenindividuelle Therapie, die mehr als nur ein Medikament umfasst, kann ebenfalls mit Unit Doses erstellt werden. Die Medikamente gelangen so als patientenspezifische Therapieringe auf die Pflegestationen. Der Zeitaufwand, den das Klinikpersonal üblicherweise für das manuelle Lagern, Sortieren und Ausgeben von Medikamenten aufwendet, wird durch diesen Workflow deutlich reduziert. Zudem wird die Sicherheit im Umgang mit risikobehafteten Medikamenten durch die eindeutige Kennzeichnung von Medikament, Dosierung, Charge und Verfallsdatum erhöht. Auch die Barcode-Technologie und Scanprozesse wirken sich positiv auf die Identifikation von Medikamenten aus.

Der Unit-Dose-Ring besteht aus mehreren einzelnen Unit-Dose-Packungen; eine separate Patientenkarte mit dem Namen des Patienten und seiner Verschreibung wird dem Ring ebenfalls beigefügt. Sämtliche Medikamente, die von den Patienten auf den Stationen nicht eingenommen wurden, können so problemlos in das Lagersystem zurückgeführt werden, da die Unit-Dose-Packungen nicht geöffnet wurden und keine sensiblen Patientendaten enthalten – im Gegensatz zur Schlauchbeutel-Verpackung.

 

 

Unit Dose und Multi Dose in Relation zu 5R
Die 5Rs in Relation zu Unit und Multidosen

Damit das medizinische Personal auf den Stationen Einzeldosen nutzen kann, ist ein zentrales Medikamentenlager mit einer Apotheken-Automatisierungslösung im Krankenhaus notwendig. Durch einen vollautomatischen und qualitätsgesicherten Herstellungsprozess von Unit Doses in der Krankenhausapotheke werden die manuellen Schritte der Therapiezubereitung auf den Stationen ersetzt. Durch eine zentrale Lagerung von Medikamenten und die Zubereitung von Therapien in der Krankenhausapotheke wird das Pflegepersonal von repetitiven Aufgaben entlastet und kann sich mehr Zeit für patientenbezogene Tätigkeiten nehmen. Kommissionierfehler, die bei der manuellen Therapievorbereitung auftreten, werden ebenfalls eliminiert. Therapien können jederzeit erstellt werden, sprich geplant oder spontan vorbereitet werden. Einzeldosen und der Therapiering können sogar gleichzeitig erstellt werden.

Weltweit werden derzeit ca. 160 unserer patientenspezifischen Unit-Dose-Systeme in Krankenhäuser eingesetzt. Entscheidet sich ein Krankenhaus für die Einführung des Systems, müssen jedoch auch die bisherigen Prozesse und Arbeitsabläufe geändert werden. Auch wenn die Umstellung viel Zeit und Aufwand erfordert, gewährleistet sie langfristig die Patientensicherheit.

TheraPick, unsere ganzheitliche Apothekenautomationslösung für Unit Doses, ist in der Lage, 90 Prozent aller blisterverpackten Produkte in Unit Doses umzuverpacken.

Möchten auch Sie die Patientensicherheit in Ihrem Krankenhaus erhöhen und den Medikamentenfluss vom Klinikpersonal zum Patienten optimieren? Kontaktieren Sie uns.

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Matthias Geier, unser Head of Solution Management für die Region EMEA. Er begleitet er unsere Produkte über den kompletten Lifecycle hinweg.
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