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5 Rights of Medication – wie ein Krankenhaus die 5R-Regel mithilfe von Unit Doses erreicht


Julia Kahraman
30. August 2021
Krankenhaus
Lesezeit: 4 Minuten
Eine lückenlose und fehlerfreie Medikamentenversorgung ist einer der wichtigsten Grundpfeiler im Krankenhausmanagement. Die 5R-Regel (engl. „5 Rights Medication“) spielt im Umgang mit Medikamenten hinsichtlich der Qualität von Gesundheitsversorgung und Patientensicherheit eine entscheidende Rolle. Das Unit-Dose-Konzept bietet die Grundlage für die Einhaltung der 5R-Regel durch das medizinische Fachpersonal.
5R Regel

Was ist die 5R-Regel?

Die 5R-Regel ist eine inhaltliche Stütze für die Medikamenten-Kontrolle in Bezug auf den Patienten und die Verabreichung. „R“ steht dabei für „richtig“ und meint:

  1. Der richtige Patient (the right patient)
  2. Das richtige Arzneimittel (the right drug)
  3. Die richtige Dosierung (the right dose)
  4. Die richtige Applikationsart (the right route of administration)
  5. Der richtige Zeitpunkt (the right time)

 

Die 5R-Regel für Medikamente wird beim Sortieren, Verteilen und Verabreichen von Arzneimitteln angewandt, um Fehler zu vermeiden.

Warum ist die 5R-Regel so wichtig und wer wendet sie an?

Werden im Umgang mit Arzneimitteln Fehler begangen, sei es in der Dosierung, Zuordnung oder Einnahme bzw. Verabreichung, kann das schwerwiegende Folgen haben. Laut einer Studie, die 2018 im Bundesgesundheitsblatt veröffentlicht wurde, geht hervor, dass alleine in der Schweiz 8 bis 15 Prozent aller Krankenhauspatienten von einer Falschmedikation betroffen sind. Umso wichtiger ist, gerade im Krankenhaus, ein absolut korrekter Ablauf in der Medikamentenvergabe.

Das Prinzip der 5 Rights Medication liefert dabei eine entscheidende Orientierung und schließt mehrere Personengruppen ein, die in den Prozess des Medikamentenmanagements involviert sind. Begonnen bei behandelnden Ärzte*innen, die Medikamente verordnen, über Krankenhausapotheker*innen bis hin zum Pflegepersonal, welches das Arzneimittel übergibt.

Wie unterstützt Apothekenautomatisierung?

Automatisierte Prozesse und Unit Doses helfen dabei, die 5 Rights Medication im gesamten Prozess der Medikamentenversorgung im Krankenhaus umzusetzen.

Eine elektronische Patientenakte verringert Fehler in der Rezepterstellung

Der digitale Ablauf beginnt damit, dass das ärztliche Personal die Patientenakte elektronisch einsieht und so einschätzen kann, welche Arzneimittel verschrieben werden können und welche Medikamente aufgrund bereits bekannter Unverträglichkeiten oder Vorerkrankungen nicht infrage kommen.

Anschließend werden die notwendigen und verschriebenen Medikamente als Rezept direkt an das verbundene Verordnungssystem übermittelt. Hier sind sie transparent von der Erstellung über die Beschaffung bis hin zur Vergabe für alle Beteiligten einsehbar.

In der Zentralapotheke können die zuständigen Apotheker*innen, die ebenfalls Einblicke in die elektronische Patientenakte haben, das Rezept anschließend prüfen und gegebenenfalls Anpassungsvorschläge unternehmen. Dieser zweite prüfende Blick verhindert zusätzlich, dass ein falsches oder unverträgliches Medikament verordnet und verabreicht wird.

 

Unit Dose Erstellung mit TheraPick
Bündelung aller patienten-spezifischen Medikamente mithilfe von Automatisierung.

Korrekte Medikation durch Unit Dose

In der Krankenhausapotheke werden die Arzneimittel entweder her- oder bereitgestellt. Um die Bestellprozesse der Krankenhausapotheke zu verbessern und effizienter zu gestalten, hilft eine Medikamenten-Management-Software, die sämtliche Bestellungen kontrolliert und verwaltet und somit für einen reibungslosen Order-Prozess sorgt.

Nun beginnt die eigentliche Unit-Dose-Versorgung und damit der wichtigste Prozess zur Umsetzung der 5R-Regel. Damit der richtige Patient, das richtige Medikament in der richtigen Dosierung bekommt, werden die Arzneimittel zunächst in patientenunabhängige Unit Doses umverpackt. Der vollautomatisierte Umverpackungsprozess stellt sicher, dass jede Einzeldosis ein spezifisches Label mit den Angaben der Originalverpackung, wie zum Beispiel der Chargennummer oder dem Ablaufdatum, enthält. Die Integrität der Originalverpackung des Medikamentenherstellers zu erhalten hat dabei Priorität. Das ermöglicht, dass Kontaminierungen durch andere Medikamente aber auch durch Personen vermieden werden.

Um eine patientenindividuelle Therapie zu erstellen, werden mithilfe einer Automatisierungslösung, wie zum Beispiel unserem Unit Dose System TheraPick, alle benötigten Medikamente mit einem Kunststoffring gebündelt. Auf einer zusätzlichen Karte, die dem Ring beigefügt wird, sind patientenspezifische Daten, wie beispielsweise Name und Einnahmezeit der Medikamente, enthalten.

Für die lückenlose Nachvollziehbarkeit über den Verbleib einer Arzneimitteltherapie bietet sich ein Transport über das krankenhauseigene Rohrpostsystem oder via autonomer Transportroboter an. Unterstützt wird die Transparenz im Versorgungsprozess durch spezielle Tracking-Software-Lösungen.

Auf der Station helfen die konkreten Angaben und Barcodes auf den Patienten- und Unit-Dose-Labeln, dem richtigen Patienten zur richtigen Zeit das richtige Arzneimittel in der korrekten Dosis und Applikationsart zu verabreichen. Der Unit-Dose-Ansatz gewährleistet somit, dass jeder Patient seine eigenen individuellen Medikamente erhält, und diese so einnimmt, wie sie verschrieben wurden bei zeitgleich lückenloser Dokumentation.

Da die Therapie der Patienten nicht auf den Einzeldosen selbst, sondern auf einem separaten Label vermerkt sind, lassen sich die Arzneimittel bei Nicht-Verwendung einfach neutralisieren, sodass die Unit Doses erneut verwendet werden, und so Medikamentenabfälle reduziert werden.

 

Vorteile von Apotheken-Automatisierung & Unit Dose im Überblick

  • Sicherstellung, dass die Arzneimitteltherapie der Verordnung entspricht, durch die Vermeidung manueller Bearbeitungsschritte
  • Pharmazeutische Kontrolle
  • Verringerung von Fehlern im Bestellprozess durch Management-Software
  • Überblick über den Status von Medikamenten durch Tracking-Software
  • Verringerung von Fehlern in der Dosierung und Verabreichung durch Unit-Dose
  • Einsparung von Medikamentenabfällen

 

Fazit: Unit Dose & automatisierte Abläufe fördern die Einhaltung der 5R-Regel

Da menschliche und manuelle Fehler mittels Automatisierungslösungen und dem Einsatz von Unit-Dose-Lösungen verringert werden, tragen beide Aspekte einen wichtigen Teil zur 5R-Regel und somit zur Arzneimitteltherapiesicherheit bei. Indem die richtigen Medikamente zur richtigen Zeit in der richtigen Dosis dem richtigen Patienten korrekt verabreicht werden, sinken Behandlungsfehler und somit auch die Anzahl an schwere Krankheits- oder Todesfälle.

 

Wenn Sie mehr darüber erfahren möchten, wie automatisierte Lösungen die Einhaltung der 5Rs in Ihrem Krankenhaus unterstützen können, zögern Sie nicht und kontaktieren Sie uns.

Hier schreibt:
Julia Kahraman, Head of Marketing EMEA/APAC & Global Brand and Communication Manager bei Swisslog Healthcare.
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