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Unit Dose und Closed Loop Medication Management gewährleisten Arzneimitteltherapiesicherheit im Krankenhaus


Julia Kahraman
8. Dezember 2021
Krankenhaus
Lesezeit: 5 Minuten
Arzneimitteltherapiesicherheit ist ein fundamentales Thema im klinischen Krankenhausmanagement. Fehler in der Verordnung, Übertragung, Verteilung und Verabreichung von Medikamenten können schwerwiegende Folgen nach sich ziehen. Um diese zu vermeiden, ist es für Krankenhäuser erforderlich in ein individuell angepasstes Medikamenten Management zu investieren. Ein vollständig elektronisch-basiertes System, das die Medikation von der Aufnahme des zu Behandelnden bis zur Entlassung erfasst und organisiert, reduziert Medikationsfehler maßgeblich. Hierbei zeichnet sich vor allem das Closed Loop Medication Management (CLMM) mit der Unit-Dose-Ausgabe als optimaler Ansatz ab.
Closed Loop Medication Management gewährleistet Arzneimitteltherapiesicherheit

Was ist das Closed Loop Medication Management?

Im CLMM wird die Medikamentengabe als ganzheitlicher, geschlossener Prozess gesehen. Der Kreislauf beginnt damit, dass Medikamente durch ärztliches Fachpersonal elektronisch verordnet und diese Informationen direkt an die Krankenhausapotheke und das zugehörige Lagersystem übermittelt werden, bis sie schließlich die zu behandelnde Person am Krankenhausbett erreichen. Dabei gehört auch die Dokumentation der Medikamente zum Prozess. Involviert ist ein interdisziplinäres, abteilungsübergreifendes Team, bestehend aus Ärzten*innen und Apothekern*innen, sowie dem Pflegepersonal. Dreh- und Angelpunkt des Ablaufes ist ein elektronisches Verordnungssystem, welches das medizinische Personal, Stationen und die Krankenhausapotheke miteinander verbindet. Es entsteht ein geschlossener Kreislauf (engl. „Closed Loop“) zwischen allen Beteiligten, der dem Managementsystem seinen Namen verleiht.

Wie funktioniert das Closed Loop Medication Management?

Elektronisches Verschreiben

Die Patientenakte des zu Behandelnden ist elektronisch verfügbar und an das Verordnungssystem angekoppelt. So erhält das medizinische Fachpersonal direkt während der Verschreibung der notwendigen Medikamente Zugriff auf alle patientenrelevanten Daten.

Transparent werden Rezepte von der Erstellung über die Beschaffung bis zur Verteilung im elektronischen System festgehalten. Zeitgleich ermöglicht die elektronische Krankenakte die vollständige Dokumentation des Krankenhausaufenthalts von Patient*innen, von der Anamnese bis zur Entlassung.

Validierung der Verschreibung und Unit-Dose-Versorgung

Wurde ein Medikament verschrieben, wird die Medikation durch Apotheker*innen kontrolliert und bewertet. Das pharmazeutische Personal bekommt hier den direkten Einblick in die digitale Krankenakte, um die Therapieverordnungen auf ihre Richtigkeit zu überprüfen. Bei Bedarf können in diesem Schritt patientenindividuelle Optimierungen an der Medikation vorgenommen werden. Sowohl Patient*innen als auch das Krankenhaus profitieren von dem Fachwissen des Arzneikundigen, dessen Input die Therapie verbessert.

Die Bereitstellung, Herstellung und Verteilung der einzelnen patientenindividuellen Unit-Dose-Medikationen findet in der Zentralapotheke statt. Die Unit-Dose-Verpackung ist eine kleine Umverpackung, die Präparate für eine einzelne Dosis enthält. Der Vorteil hiervon ist, dass die Medikamente in ihrer Originalverpackung bleiben, wodurch Kontaminierungen vermieden werden. Alle patientenspezifischen Unit Doses werden anschließend an einem Ring gebündelt und über ein internes Rohrpostsystem eines Krankenhauses oder mit autonomen Transportrobotern anschließend auf den Stationen verteilt.

Dort verabreicht das Pflegepersonal die dosierten Medikamente an die zu Behandelnden. Jeder Unit-Dose-Ring trägt ein spezifisches Label, das den Patientennamen, wichtige Hinweise zur Dosierung und der Einnahmezeit ausweist. Die Verabreichung wird in der elektronischen Krankenakte vermerkt und ist so nachvollziehbar.

Von Vorteil ist, dass sich das patientenspezifische Label nicht auf den einzeln verpackten Medikamenten selbst, sondern einem separaten Träger befindet. Patientenbezogene Daten lassen sich somit einfach entfernen, sodass das Medikament zurück in das Lagersystem geführt werden kann, falls es beispielsweise aufgrund frühzeitiger Entlassung oder Änderung der Therapie, nicht eingenommen wurde. So werden Medikamentenabfälle reduziert.

 

Patientenspezifischer Unit-Dose-Ring
Patientenindividuelle Therapieerstellung gebündelt in einem Unit-Dose-Ring.

Warum wurde die Unit-Dose-Versorgung im Krankenhaus eingeführt?

Durch Unit-Dose-Versorgung wird das Medikamenten Management im Closed-Loop-Prozess erst möglich. Somit legen sowohl Unit Doses als auch das CLMM den Grundstein dafür, Fehler bei der Verabreichung der Medikamente zu verhindern. Unit Doses stellen sicher, dass Personen in stationärer Behandlung individuell benötigte Medikamente erhalten, und diese so einnehmen, wie sie verschrieben wurden.

Was leisten Apotheken im Rahmen der Unit-Dose-Versorgung?

Die zusätzliche Kontrolle durch die transparente Dokumentation aller einzelnen Schritte der Therapie ermöglichen es, dass pharmazeutische Fachkräfte die Behandlung optimieren können. Fehler in der Verordnung fallen nach dem Vier-Augen-Prinzip schneller auf und gewährleisten nicht nur die korrekte Behandlung von Patient*innen, sondern vermeiden auch langwierige und kostenintensive rechtliche Verhandlungen. Bürokratische Aufwände, die durch mangelnde Arzneimittelsicherheit entstehen werden zudem verhindert.

Wie wird aus der Einführung des Closed Loop ein erfolgreiches Projekt?

Digitalisierung aller Prozesse

Der erste Schritt zum CLMM führt über die Digitalisierung sämtlicher Krankenakten, Patientenakten, und der internen Prozesse im Krankenhaus. Die Krankenhausapotheke benötigt eine zuverlässige IT-Infrastruktur, die eine digitale Inventur ermöglicht. Zudem muss das Krankenhauspersonal für den Umgang mit den elektronischen Systemen geschult werden.

Automatisierung

Bei der Automatisierung der Prozesse werden alle einzelnen Schritte des Systems miteinander verknüpft. Hier erfordert es maschinelle Unterstützung, um die elektronisch eingehenden Datenanfragen effizient und schnell umzusetzen. Ein modulares Verpackungs- und Dosierungssystem, wie das automatisierte Unit-Dose-System TheraPick, kann Medikamente in patientenspezifischen Therapien ausgeben, sowie durch ein internes Transportsystem im Krankenhaus verteilen.

TheraPick Automatisiertes Unit Dose System
Automatisierte Unit-Dose-System TheraPick

Vorteile des Closed Loop Medikamenten Managements

Die Patientensicherheit steigt, sobald die Fehlerwahrscheinlichkeit durch das CLMM gesenkt wird. Damit wird die Arzneimitteltherapiesicherheit gewährleistet. Der Medikationsprozess ist völlig transparent und im elektronischen System vereinheitlicht.

Ein kurzer Überblick der Vorteile des CLMM:

  • Entlastung des Personals durch einheitliche und elektronische Abläufe
  • Qualitätssicherung durch pharmazeutische Kontrolle aller Verordnungen
  • Automatisierung verringert manuellen Fehlerfaktor in der Medikationsbereitstellung
  • Unit-Dose-Versorgung verringert Fehler in der Vorbereitung und Verabreichung
  • Effizienteres Arbeiten über Abteilungen hinweg
  • Mehr Zeit für das Pflegepersonal
  • Kosten-Einsparung

 

Fazit: Closed Loop Medikamenten Management sorgt für mehr Patientensicherheit

Damit steht fest, auch wenn die Umstellung auf CLMM einen gewissen zeitlichen und finanziellen Aufwand seitens des Krankenhauses erfordert, es lohnt sich auf lange Sicht. Die Patientensicherheit steigt beachtlich und durch die Unit Dose sinken Behandlungs- und Verabreichungsfehler, damit wiederum werden Patientenleben gerettet, gleichzeitig Kosten gespart sowie das Personal effizienter eingesetzt. CLMM begünstigt zudem Qualitätssicherung und Effizienz durch volle Transparenz.

 

Hier schreibt:

Julia Kahraman, Head of Marketing EMEA/APAC & Global Brand and Communication Manager bei Swisslog Healthcare.


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