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Gezielte Optimierung Ihres Point-of-Care


Dennis Agnello
10. Mai 2022
Krankenhaus
Lesezeit: 6 Minuten
Es gibt sie in allen Formen, Größen und Darreichungsformen – im Krankenhaus befindet sich eine Vielzahl an Medikamenten. Diese vor der Verabreichung sicher zu lagern, während sie gleichzeitig für das Pflegepersonal leicht zugänglich sind, kann eine Herausforderung sein. Automatisierte Medikamentenschränke (englisch: automated dispensing cabinte, ADC) schaffen Abhilfe für diese Problematik: Neben einer sicheren Aufbewahrung und der Unterstützung des Pflegepersonals bei der präzisen und sicheren Medikamentenabgabe an den klinischen Versorgungspunkten, entfallen durch das digitalisierte Medikamenteninventar auch alltägliche, zeitintensive Aufgaben wie Nachbestellungen, Kontrollen des Verfallsdatums und Bestandszählungen. Ein ADC an Ihrem Point-of-Care trägt somit sowohl zur Patientensicherheit als auch zur betrieblichen Effizienz bei.
Illustration der ADC-Vorteile

3 Vorteile von ADCs

ADCs können Medikamente an verschiedenen klinischen Versorgungspunkten wie Krankenstationen, Operationssälen, Notaufnahmen und sogar auf Intensivstationen sicher aufbewahren und ausgeben. Das computergestützte System ist mit dem Krankenhausinformationssystem (KIS) und der elektronischen Arzneimittelverordnung (CPOE) verbunden, um:

  • alle arzneimittelbezogenen Transaktionen digital zu erfassen, und so eine vollständige Rückverfolgbarkeit der Medikamente zu ermöglichen,
  • mithilfe von LED-Beleuchtung sicherzustellen, dass das richtige Medikament entnommen und dem richtigen Patienten verabreicht wird und
  • einen reibungslosen Onboarding-Prozess für neue Mitarbeiter sicherzustellen.

 

ADCs stärken das Closed Loop Medication Management von der Zentralapotheke des Krankenhauses bis hin zu den unterschiedlichen Stationen und schließen dabei die Lagerung verschiedener Medikamente, darunter Anästhetika, kontrollierte Substanzen und Hochrisikomedikamente, mit ein.

Die wichtigsten Vorteile auf einen Blick

  1. Verbessertes Medikamentenmanagement erhöht die Patientensicherheit.
  2. Gesteigerte betriebliche Effizienz, sowohl für das Pflege- als auch für das Apothekenpersonal.
  3. Verbesserter Arzneimittelbestand verringert die Verschwendung und den Verlust von Medikamenten.

 

1. Verbessertes Medikamentenmanagement am Point-of-Care steigert die Patientensicherheit

Die Medikamentenausgabe wird visuell gesteuert, was die Patientensicherheit erheblich steigert, da so manuelle Fehler an den klinischen Versorgungspunkten reduziert werden. LEDs an der Außenseite der Schublade weisen dem Pflegepersonal den Weg zur richtigen Schublade, welche dann mechanisch entriegelt wird.

Neben diesen Maßnahmen wird die angeforderte Medikation auch grafisch auf dem Bildschirm dargestellt. Weitere spezielle Konfigurationen für die individuellen Sicherheitsanforderungen einer Klinik sind ebenfalls möglich:

  • Das jeweilige Fach, in dem sich das angeforderte Medikament befindet, kann beleuchtet werden, um dem Pflegepersonal den Lagerplatz des Medikaments noch präziser zu zeigen.
  • Betäubungsmittel, kontrollierte Substanzen, Hochrisikomedikamente und teure Medikamente können separat in einer speziellen Schublade gelagert werden, um lediglich das betreffende Fach freizugeben.
  • Als zusätzliche Sicherheitsmaßnahme kann eine zweite Sicherheitsprüfung eingerichtet werden, die ausgelöst wird, bevor ein Hochrisikomedikamenten aus der Schublade entnommen wird.

 

Diese zweite Verifizierung ist in verschiedenen Formaten möglich. Der Clinical Data Messenger (CDM) eines ADC kann entweder einfach eine Pop-up-Benachrichtigung mit einer Warnung anzeigen oder die Benutzenden auffordern, zusätzliche Informationen über den Zustand der zu behandelnden Person einzugeben, wie z.B. die Blutdruckwerte, wenn Amlodipin angefordert wird. Solche Warnungen vermindern auch die Verwechslungsgefahr bei ähnlich klingenden und ähnlich aussehenden Arzneimitteln: Der CDM weist die Benutzer:innen mit einer Benachrichtigung noch einmal darauf hin, dass es sich um ein LASA-Medikament (englisch: Look Alike Sound Alike Medication) handelt. Die Anwendenden müssen diese Meldung bestätigen, um zweifelsfrei sicherzustellen, dass das richtige Medikament in der richtigen Dosierung abgegeben wird.

ADCs unterstützen den Prozess der Medikamentenversorgung indem die 5R Regel verfolgt wird. Zunächst wählt das medizinische Personal die zu behandelnde Person über den Bildschirm aus, und wird dann vom System angeleitet, das richtige Medikament in der richtigen Dosierung, wie in der elektronischen Patientenverschreibung festgelegt, auszuwählen und abzugeben. Auf dem Bildschirm werden ebenso Warnmeldungen für Medikamente angezeigt, die zu früh, zu spät oder zu nahe an einem vordefinierten Verabreichungszeitpunkt abgegeben werden, um das Pflegepersonal während des Abgabevorgangs auf diese hinzuweisen. Damit wird sichergestellt, dass die richtigen Medikamente zur richtigen Zeit, in der richtigen Dosis und auf die richtige Applikationsweise verabreicht werden.

5R Regel

2. Erhöhte betriebliche Effizienz sowohl für Pflege- als auch für Apothekenpersonal

Durch die Digitalisierung aller arzneimittelbezogenen Transaktionsdatensätze wie Abgabe, Wiederauffüllung und Rückgabe von Medikamenten verbessern ADCs die Prozesse der Arzneimittelverwaltung erheblich. Auf Basis der Digitalisierung werden Nachbestellungen für Medikamente, die unter dem Mindestbestand liegen, automatisch vom ADC an die Zentralapotheke gesendet. Zeiten, in denen täglich mehrere Nachbestellungen eingegangen sind, gehören somit der Vergangenheit an.

Statt zeitaufwändiger manueller Erfassung kontrollierter Substanzen sind Bestandszählungen und Verbrauchsnachweise auf Knopfdruck verfügbar. Regelmäßige maschinelle Zählungen von Medikamenten ermöglichen es, Unstimmigkeiten frühzeitig zu erkennen.

Auch der aktuelle Medikamentenbestand kann digitalisiert und erweitert werden, indem bestehende Lagerregale um einem ADC ergänzt werden.

Drei Login-Optionen, benutzerspezifische Spracheinstellungen und ein intuitives Design sorgen für eine hohe Benutzerfreundlichkeit und schaffen schnelle und effiziente Arbeitsabläufe – selbst die Einarbeitung neuer Pflegekräfte verläuft reibungslos und einfach.

Krankenschwester arbeitet am ADC
Krankenschwester nutzt einen ADC zur Medikamentenausgabe.

3. Verbesserte Arzneimittelbestände am Point-of-Care verringern Medikamentenabfälle

Der Zustand von Patient:innen ändert sich oftmals kurzfristig und die jeweilige Arzneimitteltherapie muss entsprechend angepasst werden. Es kommt daher häufig vor, dass bereits gestellte Medikamente aufgrund von Rezeptanpassungen entsorgt werden müssen. ADCs, die mit dem CPOE des Krankenhauses verbunden sind, werden ständig mit den neuesten Verordnungen eines jeden Patienten aktualisiert, um zu vermeiden, dass zuvor abgegebene Medikamente entsorgt werden müssen, weil sie sich nicht mehr in der Originalverpackung befinden und daher nicht mehr verwendet werden können.

Werden bereits ausgelagerte Arzneimittel nicht mehr benötigt, weil sich die Therapie geändert hat, können sie in das Lager zurückführt werden solange sie originalverpackt sind. Dies kann entweder der Bestand oder der interne Rückgabebehälter eines ADCs sein. Das befugtes Fachpersonal kann auf letzteren zugreifen und überprüfen, ob Arzneimittel zur Weiterverteilung an die Zentralapotheke zurückgeschickt werden können. Der Rückgabeprozess für jedes Medikament ist vordefiniert, um einen krankenhausweiten Überbestand an Arzneimitteln zu vermeiden.

Die interne Apothekensoftware des ADCs gewährleistet die vollständige Rückverfolgbarkeit und Nachvollziehbarkeit zurückgegebener Medikamente. Sie verwaltet auch die Verfallsdaten der Medikamente, die im klinischen ADC-Netzwerk gelagert sind: Auf dem Bildschirm können Warnmeldungen über bald ablaufende Medikamente voreingestellt werden, um die Entsorgung von abgelaufenen Medikamenten zu reduzieren.

Eine weitere Verbesserung des Arzneimittelbestands entsteht durch die Möglichkeit, Lagerkapazitäten mit einem externen Schloss für medizinische Kühlschränke zu ergänzen. Die integrierte Software meldet Abweichungen von Temperatur oder Feuchtigkeit, um Medikamentenverschwendung, die durch unsachgemäße Lagerbedingungen entsteht, vorzubeugen.

Fazit: ADCs erleichtern das Medikamentenmanagement am Point-of-Care erheblich

Eine automatische Medikamentenausgabe wirkt sich positiv auf die Arzneimittelverwaltung an den klinischen Versorgungspunkten aus und stärken so das Closed Loop Medication Management. Präzise Kommissionier- und Abgabeprozesse erhöhen die Patientensicherheit. Arbeitsabläufe auf den Stationen und in der Zentralapotheke werden effizienter und Medikamentenverschwendung wird reduziert.

Begegnen Sie ähnlichen Herausforderungen im Workflow Ihres Medikamentenmanagements? Testen Sie den ADC-Konfigurator und finden Sie heraus, welche Konfiguration am besten zu Ihren Anforderungen passt, oder vereinbaren Sie noch heute ein erstes Beratungsgespräch mit uns.

Hier schreibt:

Dennis Agnello ist unser Produktmanager für Apotheken-Automatisierung. Er definiert hierbei unter anderem die Anforderungen für die Produktentwicklung und unterstützt die Markteinführung neuer Produkte.


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